
Herzlichen Glückwunsch, Paul. Gesellenprüfung mit „sehr gut", Bestenpreis des Landrates 2026 — und am Montag darauf stand er wieder bei uns auf dem Gerüst. Über den zweiten Teil freuen wir uns fast noch mehr als über den ersten.
In der Alten Reithalle in Soltau wurden 74 Auszubildende aus 14 Berufen freigesprochen. Zwei von ihnen hatten ihre Prüfung mit der Bestnote „sehr gut" abgeschlossen — einer davon unser Zimmerer Paul Stefan. Landrat Jens Grote überreichte ihm zusätzlich den Bestenpreis des Landrates 2026, gemeinsam mit Kreishandwerksmeister Mark Prüser.
Die Freisprechung ist keine Zeugnisausgabe, sondern eine Zunfttradition: Per Handschlag oder Schulterschlag werden die Absolventinnen und Absolventen offiziell von den Pflichten der Lehrzeit befreit. Dazu gehört ein Spruch, der seit Jahrhunderten gesagt wird und der an diesem Nachmittag wieder fiel:
Wer soll Geselle sein – der was kann.
Schöner lässt sich nicht zusammenfassen, worum es in diesem Beruf geht. Drei Ausbildungsjahre sind kein Zertifikat, das man sich an die Wand hängt — sie sind die Zeit, in der aus „ungefähr passt" ein „das hält".
Ausgezeichnet im Heidekreis, zuhause in Tostedt
Gelernt hat Paul bei uns in Tostedt, geprüft wurde er im Heidekreis — so läuft das über die zuständige Innung. Der Preis kommt also aus dem einen Landkreis, die Baustellen liegen im anderen. Uns ist beides recht.
Warum uns das mehr freut als eine Urkunde
Handwerk hat ein Nachwuchsproblem — das ist keine Neuigkeit, das ist die Lage. Wer ausbildet, bildet meistens für andere aus: fertig gelernt, dann weg. Dass jemand hier seine Lehre macht, Kreisbester wird und danach einfach weiterarbeitet, ist deshalb das eigentliche Ergebnis dieser Geschichte.
Praktikum oder Ausbildung anfragenFormlos, ohne Bewerbungsmappe. Ein Anruf genügt.